kubectl – Die wichtigsten Befehle

kubectl – Die wichtigsten Befehle für den Einstieg in Kubernetes

Nachdem ich meine ersten Schritte mit Kubernetes gemacht und einen lokalen Cluster mit Minikube gestartet habe, brauchte ich ein Werkzeug, um mit dem Cluster zu sprechen. Dieses Werkzeug heißt kubectl.

In diesem Artikel zeige ich dir, was kubectl ist, wie es sich mit einem Cluster verbindet und welche Befehle du für den Einstieg wirklich können solltest.

Was ist kubectl?

kubectl ist das offizielle Kommandozeilen-Tool für Kubernetes. Damit kannst du:

  • Ressourcen im Cluster anzeigen (Pods, Deployments, Services …)
  • Neue Anwendungen ausrollen und bestehende aktualisieren
  • Logs lesen und Fehler debuggen
  • Rollouts überwachen und zurückrollen

Kurz gesagt: Ohne kubectl kommt man in Kubernetes nicht weit.

Verbindung zum Cluster (kubeconfig)

kubectl nutzt eine Konfigurationsdatei, um zu wissen, mit welchem Cluster es sprechen soll. Standardpfad ist:

~/.kube/config

Mit Minikube kannst du die Konfiguration automatisch setzen:

minikube start
kubectl config get-contexts
kubectl config use-context minikube

Jetzt sind kubectl und dein Cluster miteinander verbunden.

Die wichtigsten kubectl-Befehle

1. Ressourcen anzeigen – get

kubectl get pods
kubectl get deployments
kubectl get services
kubectl get all

Mit -o wide bekommst du mehr Details, z. B. Node-Infos:

kubectl get pods -o wide

2. Details ansehen – describe

kubectl describe pod <pod-name>
kubectl describe deployment <deployment-name>

describe ist extrem hilfreich bei Fehlersuche: Events, Status, Containerzustände – alles auf einen Blick.

3. Logs lesen – logs

kubectl logs <pod-name>
kubectl logs -f <pod-name>

Mit -f folgst du den Logs in Echtzeit (ähnlich wie tail -f).

4. In einen Container „hineingehen“ – exec

kubectl exec -it &lt;pod-name&gt; -- /bin/sh
kubectl exec -it &lt;pod-name&gt; -- /bin/bash

Damit kannst du im Container Befehle ausführen, Dateien prüfen oder schnelle Tests machen.

5. Manifeste anwenden – apply

kubectl apply -f deployment.yaml
kubectl apply -f k8s/

apply ist der Standardweg, um Konfigurationsdateien (YAML) auf den Cluster anzuwenden. Du kannst einzelne Dateien oder ganze Ordner nutzen.

6. Ressourcen löschen – delete

kubectl delete -f deployment.yaml
kubectl delete pod &lt;pod-name&gt;
kubectl delete deployment &lt;deployment-name&gt;

Wenn etwas nicht mehr gebraucht wird oder komplett neu aufgebaut werden soll, hilft delete.

7. Skalierung steuern – scale

kubectl scale deployment web --replicas=3

Damit stellst du ein, wie viele Pod-Replikas zu einem Deployment gehören sollen.

8. Rollouts überwachen – rollout

kubectl rollout status deployment web
kubectl rollout history deployment web
kubectl rollout undo deployment web

Mit diesen Befehlen kontrollierst du, was bei Updates passiert – und kannst notfalls wieder zurückrollen.

Typischer Debug-Workflow mit kubectl

Wenn bei mir etwas im Cluster nicht funktioniert, gehe ich meist so vor:

  1. Checken, was läuft: kubectl get pods
  2. Details anschauen: kubectl describe pod <pod-name>
  3. Logs prüfen: kubectl logs <pod-name>
  4. Wenn nötig, in den Container springen: kubectl exec -it ...
  5. Manifest anpassen & neu ausrollen: kubectl apply -f ...

Mit dieser kleinen Werkzeugkiste konnte ich schon viele Fehler finden, die früher wie „Magie“ wirkten.

Mein persönliches Learning mit kubectl

Am Anfang dachte ich, kubectl wäre nur eine Sammlung kryptischer Befehle. Mit der Zeit habe ich gemerkt: kubectl ist die direkte Fernbedienung für meinen Cluster.

Je besser ich die Befehle verstehe, desto klarer wird auch, wie Kubernetes intern funktioniert. Viele Konzepte werden erst durch die praktische Arbeit mit kubectl greifbar.

Was als Nächstes kommt

Im nächsten Artikel möchte ich zeigen, wie man eine eigene Anwendung mit YAML-Manifests beschreibt und mit kubectl deployt:

„Meine erste eigene App in Kubernetes – Deployment & Service als YAML“

Fazit

kubectl ist das zentrale Werkzeug für den Alltag mit Kubernetes. Mit ein paar Kernbefehlen – get, describe, logs, exec, apply, delete, scale und rollout – hast du bereits ein starkes Fundament.

Von hier aus kannst du Schritt für Schritt tiefer einsteigen und deinen Cluster immer besser verstehen und kontrollieren.


Nächster Artikel: Meine erste eigene App in Kubernetes – Deployments & Services als YAML schreiben

Nach oben scrollen